Pferdsgalgenkreuz

Die Bäume rauschten an ihm vorbei. Die schweren Hufe seines schwarzen Wallachs gruben sich mit jedem schnellen Schritt in den matschigen Waldboden und warfen den Dreck hinter sich. Der Körper des Pferdes war mit schaumigem Schweiß bedeckt, aber der Reiter wusste, dass er sich keine Pause gönnen durfte. Zu wichtig war die Nachricht über die vorrückenden gegnerischen Truppen, als dass es einen Aufschub geben durfte.

Er trieb sein Pferd wieder und wieder an, weiter zwischen den eng beieinander stehenden Buchen vorbei. Seine Wasserflasche klapperte am Sattel, aber das störte ihn schon eine Weile nicht mehr. Nur das Gewehr, dass er auf dem Rücken trug schlug ihm immer wieder schmerzend in den Rücken. Mit einem Ruck am dem ledernen Riemen zog er es wieder zurecht.

Der Reiter blickte sich um. Hatte er seine Verfolger abgeschüttelt? Wie viele waren es? Würde er es schaffen?

Als sein Blick wieder nach vorne wanderte, spürte er plötzlich einen kräftigen Ruck in seinem Genick. Die Luft blieb ihm weg. Er sah wie sein Pferd ohne ihn einfach weiter galoppierte. Seine Füße baumelten in der Luft. Er griff sich an den Hals und spürte den Lederriemen des Gewehres, der ihm die Luft abschnürte. Dann folgte nur noch Stille.

Ein mystischer Ort

So oder ähnlich soll es sich hier mitten im Siebengebirge in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zugetragen haben. Dabei sind die Legenden und Mythen um diesen Ort vielfältig, nicht genau belegt und nur mündlich überliefert.

Eine davon besagt, dass hier ein Schwedischer Soldat mit dem Riemen seines Gewehres an einer mächtigen Buche hängen geblieben war, sich somit selbst stranguliert hat und später dort tot aufgefunden wurde.

Zum Gedenken an diesen Ort wurde an dieser besagten Buche im Jahr 1631 das „Pferdsgalgenkreuz“ errichtet, welches 1954 teilrestauriert wurde.

Pferdsgalgenkreuz an Buche
Das Pferdsgalgenkreuz an der mächtigen Buche

Wenn du auf der Suche nach diesem Kreuz bist, dann habe ich dir unten die GPS-Koordinaten dazu zum Download hinzugefügt. Zufällig kommt man hier nämlich eher nicht vorbei, da momentan kein Wanderweg direkt an dem Pferdsgalgenkreuz vorbeiführt. Für die Geocacher: Zufällig liegt hier auch direkt ein Cache versteckt.

Als Startpunkt für deine Wanderung wähle am besten den Parkplatz an der Kreuzung von L252 und L243 in Kalenborn. Dem Wanderweg Richtung Asberg folgen, den Berg links liegen lassen und an der Kreuzeiche rechts in den Stellweg einbiegen. Dann dem ersten Wanderweg nach links folgen. Nach ungefähr 500 Metern geht es rechts etwa 50 Meter in den Wald hinein. Leider ist hier schwer zu erkennen, wo genau man den Weg verlassen muss.


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